
Der Osterhase
Seht, wer sitzt denn dort im Gras!
Ist das nicht der Osterhas’?
Guckt mit seinem langen Ohr
aus dem grünen Nest hervor.
Hüpft mit seinem schnellen Bein’
über Stock und über Stein.
Seht auch her, was in dem Nest
liegt so rund und auch so fest:
Eier, blau und rot gefleckt,
hat er in dem Nest versteckt.
Muss er sie gut verstecken,
sucht schnell in allen Ecken.
Verfasser unbekannt
Puff-puff Eisenbahn -
jetzt fahren wir nach Wiesenplan!
Wiesenplan, das ist die Stadt,
die den Kohlweißling zum Bürger hat.
Der Kohlweißling bewohnt ein Haus,
das sieht wie eine Glocke aus -
wie eine Glockenblume blau!
Da wohnt der Kohlweißling mit seiner Frau.
Und weht der Wind, macht die Glocke kling, kling,
und da freuen sich Herr und Frau Schmetterling.
Puff-puff Eisenbahn!
Jetzt fahren wir wieder aus Wiesenplan
hinaus, hinaus, dem Walde zu . . .
wohin? wohin? . . . Nach - Quellwaldruh!
Der Bahnwärter von Quellwaldruh,
das ist ein Frosch und quakt dazu.
»Quak, quak, aussteigen! quak!
in Quellwaldruh ist heut Ostertag!
In Quellwaldruh ist heut Osterfeier,
da versteckt der Osterhas bunte Eier!
Rote und gelbe und allerlei,
und das Suchen steht allen Fahrgästen frei!
Quak, quak, quak! Guten Tag!«
Guten Tag! Schönen Dank! Herr Bahnwärter Quak!
Und jetzt wollen wir unter den Eichen und Buchen
und Tannen und Birken die Ostereier suchen!
Und im Moos und unter den großen Wurzeln,
darüber die kleinen Kinder purzeln.
Nicht wahr? Und haben wir alle gefunden
und in unsre Sacktücher eingebunden,
dann fahren wir am Abend wieder nach Haus
und packen das Wunder vor Großmutter aus! -
Christian Morgenstern (1871-1914)

Ostergedicht
von Joachim Ringelnatz 1883-1934
Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
"Glockenklingen" sich auf "Lenzesschwingen"
Endlich reimt
Und der Osterhase hinten auch schon presst,
Dann kommt bald das Osterfest.
Nachts
Des Nachts im Traum auf grünem Rasen
Beschenken Paul die Osterhasen.
Zwei Eier legen sie gewandt
Ihm auf den Arm und unter die Hand.
Am Himmel steht der Mond und denkt:
Ich werde nicht so schön beschenkt.
Christian Morgenstern (1871-1914)
Osterhäslein
Drunten an der Gartenmauer
hab’ ich sehn das Häslein lauern.

eins, zwei, drei: legt’s ein Ei,
lang wird’s nimmer dauern.
Kinder, lasst uns niederducken!
Seht ihr’s ängstlich um sich gucken?
Ei, da hüpft’s und dort schlüpft’s
durch die Mauerlucken.
Und nun sucht in allen Ecken,
wo die schönsten Eier stecken,
rot und blau, und grün und grau
und mit Marmorflecken.
Friedrich Güll (1812-1879)

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Auf Ein Ei Geschrieben 

Ostern ist zwar schon vorbei,
Also dies kein Osterei;
Doch wer sagt, es sei kein Segen,
Wenn im Mai die Hasen legen?
Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
Schmeckt ein Eilein jedenfalls,
Und kurzum, mich tät’s gaudieren,
Dir dies Ei zu präsentieren.
Und zugleich tät es mich kitzeln,
Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.
Die Sophisten und die Pfaffen
Stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen
Wohl die Henne? Wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward das Ei erdacht:
Doch, weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat der Hase es gebracht.
Eduard Mörike (1804-1875)
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March 2nd, 2010 at 6:16 pm
ich find die seite ist in ordnung und die bilder sind auch schön…..